Zum Hauptinhalt springen
Alle Artikel
Anleitung20 Min. Lesezeit

Negativ-Keywords: Der komplette Guide für Amazon PPC

Negativ-Keywords sind der schnellste Weg, Budget-Verschwendung zu stoppen. So findest, bewertest und implementierst du sie richtig.

3. April 2026

Warum Negativ-Keywords der größte Hebel im Amazon PPC sind

Wenn du nur eine Sache an deinen Amazon PPC Kampagnen optimieren könntest, sollten es Negativ-Keywords sein. In den meisten Accounts verbrennen 15–25% des gesamten Ad Spends durch irrelevante Suchanfragen. Das sind bei einem monatlichen Ad Spend von 10.000 € potenziell 1.500–2.500 € — jeden Monat. Auf ein Jahr hochgerechnet: 18.000–30.000 € verschwendetes Budget.

Warum ist das so verbreitet? Weil Amazon's Broad Match und Phrase Match Algorithmen großzügig interpretieren, welche Suchanfragen zu deinen Keywords passen. Das ist gewollt — Amazon verdient an jedem Klick. Für dich als Seller bedeutet es: Ohne aktive Negativ-Keyword-Pflege bezahlst du für Klicks, die nie konvertieren werden.

Die Mathematik hinter Negativ-Keywords

Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, warum Negativ-Keywords so wirkungsvoll sind:

Ausgangslage:
- 1.000 Klicks pro Monat, davon 200 irrelevant (20%)
- Durchschnittlicher CPC: 0,80 €
- Conversion Rate relevante Klicks: 12%
- Conversion Rate irrelevante Klicks: 0%
- Durchschnittlicher Bestellwert: 35 €

Ohne Negativ-Keywords:
- Gesamte Klickkosten: 1.000 × 0,80 € = 800 €
- Sales: 800 × 12% = 96 Sales
- Umsatz: 96 × 35 € = 3.360 €
- ACoS: 800 € ÷ 3.360 € = 23,8%

Mit Negativ-Keywords (200 irrelevante Klicks eliminiert):
- Gesamte Klickkosten: 800 × 0,80 € = 640 €
- Sales: 800 × 12% = 96 Sales (gleich, da irrelevante Klicks nie konvertierten)
- Umsatz: 96 × 35 € = 3.360 € (identisch)
- ACoS: 640 € ÷ 3.360 € = 19,0%
- Ersparnis: 160 €/Monat bei gleichem Umsatz. ACoS-Reduktion: 20%.

In der Realität ist der Effekt oft sogar größer, weil das eingesparte Budget in profitable Keywords reinvestiert werden kann.

Wie Negativ-Keywords bei Amazon funktionieren

Amazon bietet zwei Arten von Negativ-Keywords. Das Verständnis der Unterschiede ist entscheidend, um Fehler zu vermeiden.

Negative Exact Match

Deine Anzeige wird nicht angezeigt, wenn die Suchanfrage exakt diesem Keyword entspricht (plus minimale Variationen wie Singular/Plural und Tippfehler).

Beispiel: "bluetooth kopfhörer kinder" als Negative Exact blockiert:
- ✅ Blockiert: "bluetooth kopfhörer kinder"
- ✅ Blockiert: "bluetooth kopfhoerer kinder" (Tippfehler-Variante)
- ❌ Nicht blockiert: "bluetooth kopfhörer für kinder"
- ❌ Nicht blockiert: "kinder bluetooth kopfhörer"
- ❌ Nicht blockiert: "bluetooth kopfhörer kinder test"

Wann nutzen: Wenn ein spezifischer Search Term nachweislich nicht konvertiert, du aber ähnliche Varianten nicht blockieren willst. Das ist die präziseste und sicherste Option.

Negative Phrase Match

Deine Anzeige wird nicht angezeigt, wenn die Suchanfrage diese Phrase in der exakten Reihenfolge enthält.

Beispiel: "kopfhörer reparatur" als Negative Phrase blockiert:
- ✅ Blockiert: "kopfhörer reparatur"
- ✅ Blockiert: "bluetooth kopfhörer reparatur"
- ✅ Blockiert: "kopfhörer reparatur berlin"
- ✅ Blockiert: "kopfhörer reparatur in der nähe"
- ❌ Nicht blockiert: "reparatur kopfhörer" (andere Reihenfolge)
- ❌ Nicht blockiert: "kopfhörer reparieren" (anderes Wort)

Wann nutzen: Wenn ein ganzes Themenfeld irrelevant ist. "reparatur", "gebraucht", "defekt" — diese Begriffe signalisieren eine Kaufintention, die nicht zu einem Neuprodukt-Verkauf passt. Vorsicht: Negative Phrase ist mächtiger als Negative Exact und kann unbeabsichtigt relevante Suchanfragen blockieren.

Was Amazon NICHT bietet: Negative Broad Match

Anders als Google Ads bietet Amazon kein Negative Broad Match. Du kannst also nicht ein einzelnes Wort blockieren und damit alle Suchanfragen treffen, die dieses Wort irgendwo enthalten (unabhängig von der Reihenfolge). Das ist eine häufige Verwechslung und ein wichtiger Unterschied zu Google Ads.

Schritt 1: Negativ-Kandidaten finden

Methode 1: Systematische Search Term Report Analyse

Der Search Term Report ist deine primäre Datenquelle. So gehst du systematisch vor:

Vorbereitung:
1. Öffne Amazon Seller Central → Berichte → Werbung → Search Terms
2. Wähle den Zeitraum: Mindestens 30 Tage, idealerweise 60 Tage für aussagekräftige Daten
3. Exportiere als CSV
4. Öffne in Excel oder Google Sheets

Analyse-Schritte:

Filter 1 — Budget-Verbrenner (höchste Priorität):
- Filtere: Ausgaben > 15 € UND Sales = 0
- Sortiere nach Ausgaben (absteigend)
- Diese Keywords kosten dich am meisten und bringen nichts

Filter 2 — Klick-Fresser:
- Filtere: Klicks > 25 UND Sales = 0
- Auch bei niedrigem CPC: 30 Klicks à 0,50 € sind 15 € verschwendet

Filter 3 — ACoS-Killer:
- Filtere: Sales > 0 UND ACoS > 100%
- Diese Keywords konvertieren zwar, aber zu einem Preis, der dich Geld kostet

Filter 4 — Low-Volume-Aggregation:
- Exportiere alle Search Terms mit 5–15 € Spend und 0 Sales
- Einzeln sehen sie harmlos aus, aber in Summe können das 500–1.000 €/Monat sein
- Prüfe auf gemeinsame Muster (z.B. alle enthalten "günstig" oder einen Wettbewerber-Namen)

Konkretes Praxisbeispiel: Search Term Analyse

Produkt: Premium-Hundebett aus Memory Foam, Verkaufspreis 89,99 €

Search Term Report (30 Tage, sortiert nach Ausgaben):

Search TermImpressionsKlicksAusgabenSalesACoSAktion
hundebett waschbar12.450187149,60 €1213,9%✅ Behalten (Top-Performer)
orthopädisches hundebett8.920134120,60 €914,9%✅ Behalten
hundebett xxl6.7809878,40 €243,6%⚠️ Beobachten
hundebett selber nähen4.2306753,60 €0❌ Negativ (Phrase: "selber nähen")
hundebett gebraucht3.8905241,60 €0❌ Negativ (Phrase: "gebraucht")
katzen bett3.1204838,40 €0❌ Negativ (Phrase: "katzen")
hundebett ikea2.8904132,80 €0❌ Negativ (Exact)
hundebett nähen anleitung2.3403830,40 €0❌ Negativ (Phrase: "nähen")
hundebett günstig unter 30 euro2.1203427,20 €0❌ Negativ (Phrase: "unter 30")
hundebett outdoor1.9802923,20 €0❌ Negativ (Exact) — Produkt ist für innen
hundekissen auto1.4502217,60 €0❌ Negativ (Phrase: "auto")
Ergebnis: 9 Negativ-Keywords identifiziert. Monatliche Einsparung: 264,80 €. Und das ist nur eine Kampagne — die gleiche Analyse für alle Kampagnen multipliziert den Effekt.

Methode 2: Logische Ausschlüsse (Proaktive Negativ-Keywords)

Manche Keywords kannst du schon vor dem Start einer Kampagne ausschließen, weil sie offensichtlich irrelevant sind. Das spart von Anfang an Budget.

Kategorien für proaktive Ausschlüsse:

Service- und Reparatur-Keywords:
- reparatur, reparieren, reparaturservice
- werkstatt, service
- defekt, kaputt, gebrochen
- ersatzteile, ersatzteil

Gebrauchtwaren-Keywords:
- gebraucht, second hand, b-ware
- ebay (wenn du nicht auf eBay aktiv bist)
- refurbished, wiederaufbereitet

Informations-Keywords (keine Kaufabsicht):
- anleitung, tutorial, how to, wie
- selber machen, diy, basteln
- test, testbericht, stiftung warentest (kontextabhängig — manchmal konvertieren diese)
- erfahrungen, bewertung, review

Preis-Keywords (wenn du Premium verkaufst):
- günstig, billig, preiswert
- unter 10 euro, unter 20 euro (je nach Preisklasse)
- kostenlos, gratis, geschenkt
- schnäppchen, angebot

Wettbewerber-Marken (wenn du nicht auf Wettbewerber bieten willst):
- Spezifische Markennamen deiner Wettbewerber
- Beachte: Auf Wettbewerber-Marken zu bieten kann strategisch sinnvoll sein — aber in separaten Kampagnen mit eigenem Budget und ACoS-Ziel

Irrelevante Produktkategorien:
- Wenn du kabellose Kopfhörer verkaufst: "kabel", "kabelgebunden", "aux"
- Wenn du Erwachsenen-Produkte verkaufst: "kinder", "baby", "kleinkind"
- Wenn du ein Produkt für innen verkaufst: "outdoor", "garten", "draußen"

Methode 3: Wettbewerber-Analyse

Schaue dir die Suchergebnisse für deine wichtigsten Keywords an. Welche Produkte werden neben deinem angezeigt? Wenn völlig andere Produkte auftauchen, ist das ein Hinweis darauf, dass Amazon deine Keywords breit interpretiert.

Beispiel: Du verkaufst eine Premium-Kaffeemühle für 149 €. Bei der Suche nach "kaffeemühle" siehst du, dass auch "kaffeemühle hand" und "kaffeemühle camping" angezeigt werden — Produkte für 15–25 €. Wenn du für diese Suchanfragen ausgespielt wirst, werden die meisten Klicker enttäuscht vom Preis sein und nicht kaufen. Negiere "hand" und "camping" als Phrase.

Methode 4: KI-gestützte Analyse

Tools wie Bruno Intelligence analysieren deine Search Terms automatisch kampagnenübergreifend. Der Vorteil: Sie erkennen Muster, die du in einer Excel-Tabelle leicht übersiehst.

Typische Muster, die eine KI erkennt:

  • Dasselbe irrelevante Keyword verbrennt in 5 verschiedenen Kampagnen Geld (z.B. "reparatur" taucht in SP-Broad, SP-Phrase, SB-Broad auf — zusammen 180 €/Monat)
  • Keywords, die in einer Kampagne konvertieren, aber in einer anderen nicht (z.B. "hundebett xxl" konvertiert in der Exact-Kampagne, verbrennt aber Budget in der Broad-Kampagne)
  • Saisonale Muster, die eine einmalige Analyse nicht zeigt (z.B. "geschenk" konvertiert nur in Q4)

Schritt 2: Negativ-Kandidaten bewerten

Nicht jeder Search Term ohne Sale ist automatisch ein Negativ-Kandidat. Eine vorschnelle Negation kann profitable Reichweite abschneiden. Prüfe folgende Kriterien systematisch.

Kriterium 1: Statistische Signifikanz

Wie viele Klicks brauche ich für eine Entscheidung?

Die Faustregel basiert auf deiner durchschnittlichen Conversion Rate:

Conversion RateMindestklicks für Negativ-EntscheidungBegründung
15%+15 KlicksBei 15% CR erwarte ich nach 15 Klicks 2,25 Sales
10%20 KlicksBei 10% CR erwarte ich nach 20 Klicks 2 Sales
5%30 KlicksBei 5% CR erwarte ich nach 30 Klicks 1,5 Sales
3%40 KlicksBei 3% CR brauche ich mehr Daten
Wichtig: Diese Mindestklicks gelten für Keywords, die potenziell relevant sind. Offensichtlich irrelevante Keywords ("reparatur" für ein Neuprodukt) kannst du sofort negieren — unabhängig von der Klickzahl.

Kriterium 2: Relevanz-Check

Frag dich bei jedem Kandidaten: Würde jemand, der diesen Suchbegriff eingibt, mein Produkt kaufen wollen?

Klare Negationen (sofort):
- "bluetooth kopfhörer reparatur" → Will reparieren, nicht kaufen ❌
- "kopfhörer kabel 3m" → Will kabelgebundene Kopfhörer, ich verkaufe kabellose ❌
- "kopfhörer geschenkt" → Will nichts bezahlen ❌

Grenzfälle (beobachten, mehr Daten sammeln):
- "bluetooth kopfhörer test" → Recherchiert, könnte aber noch kaufen 🔍
- "kopfhörer vergleich" → Vergleicht Optionen, potentieller Käufer 🔍
- "bluetooth kopfhörer amazon" → Sucht auf Amazon, aber warum diesen Zusatz? 🔍

Behalten (trotz hohem ACoS):
- "bluetooth kopfhörer sport" → Relevant, vielleicht Bid anpassen statt negieren ✅
- "noise cancelling kopfhörer" → Relevant, evtl. Listing optimieren ✅

Kriterium 3: Saisonale Prüfung

Manche Keywords konvertieren nur zu bestimmten Zeiten:

  • "bluetooth kopfhörer geschenk" → Konvertiert stark in Q4, nicht in Q2. Nicht ganzjährig negieren, sondern saisonal steuern.
  • "hundebett warm" → Konvertiert im Winter, nicht im Sommer.
  • "garten kopfhörer" → Konvertiert im Frühling/Sommer, nicht im Winter.

Empfehlung: Bevor du ein Keyword negierst, prüfe mindestens 90 Tage Daten (wenn verfügbar). Oder nutze Negative Exact statt Negative Phrase — so kannst du die spezifische Variante blockieren, ohne das gesamte Themenfeld auszuschließen.

Kriterium 4: Kampagnenübergreifende Prüfung

Ein Search Term kann in einer Kampagne schlecht und in einer anderen gut performen. Bevor du global negierst, prüfe die Performance in allen Kampagnen.

Beispiel: "kopfhörer bluetooth sport" hat in deiner Broad-Kampagne 45 € ausgegeben ohne Sale (weil der Bid zu hoch war und du auf Seite 1 gegen starke Wettbewerber standest). In deiner Exact-Kampagne hat dasselbe Keyword aber 8 Sales mit 18% ACoS generiert. Lösung: In der Broad-Kampagne als Negativ hinzufügen, in der Exact-Kampagne behalten.

Schritt 3: Negativ-Keywords implementieren

Auf Kampagnen- vs. Ad-Group-Ebene

EbeneWirkungWann nutzen
KampagnenebeneGilt für ALLE Ad Groups in der KampagneGenerelle Ausschlüsse wie "reparatur", "gebraucht", "gratis"
Ad-Group-EbeneGilt nur für EINE Ad GroupFeine Steuerung, z.B. um Keywords zwischen Ad Groups zu trennen

Best Practice für Ad-Group-Level Negatives:

Wenn du SKAGs (Single-Keyword Ad Groups) nutzt, verwende Ad-Group-Level Negatives für die Cross-Negation. Beispiel:

  • Ad Group "kopfhörer sport" → Negativ auf Ad Group Ebene: alle anderen Hauptkeywords deiner anderen Ad Groups
  • Ad Group "noise cancelling kopfhörer" → Negativ: alle anderen Hauptkeywords

So stellst du sicher, dass jeder Search Term nur von der dafür vorgesehenen Ad Group bedient wird.

Die richtige Reihenfolge der Implementierung

Phase 1: Quick Wins (Tag 1–3)
1. Offensichtlich irrelevante Keywords negieren (reparatur, gebraucht, diy, etc.)
2. Budget-Verbrenner mit 0 Sales und > 20 € Spend negieren
3. Wettbewerber-Marken negieren (wenn gewünscht)

Phase 2: Datenbasierte Optimierung (Woche 1–2)
4. Search Term Report analysieren (Filter 1–4 aus Methode 1)
5. Grenzfälle markieren und beobachten
6. Cross-Negation zwischen Kampagnen einrichten

Phase 3: Laufende Pflege (wöchentlich)
7. Wöchentlich neue Search Terms prüfen (die letzten 7 Tage)
8. Beobachtete Grenzfälle erneut bewerten
9. Kampagnenübergreifende Analyse durchführen

Negativ-Keyword-Listen: Effizienz durch Zentralisierung

Amazon bietet Negativ-Keyword-Listen, die du zentral pflegen und mehreren Kampagnen zuweisen kannst. Das spart enorm Zeit.

Empfohlene Listen-Struktur:

  • Liste "Generelle Ausschlüsse": reparatur, gebraucht, defekt, kostenlos, anleitung, diy, selber machen — gilt für alle Kampagnen
  • Liste "Wettbewerber": Alle Wettbewerber-Markennamen — gilt für alle Kampagnen außer deine expliziten Wettbewerber-Kampagnen
  • Liste "Preisfilter": günstig, billig, unter X euro — gilt für Premium-Produkt-Kampagnen
  • Liste "Kategorie-Ausschlüsse": Produktspezifische Ausschlüsse (z.B. "kabel" für kabellose Produkte)

Vorteil: Wenn du ein neues Negativ-Keyword zur Liste hinzufügst, wird es automatisch in allen zugeordneten Kampagnen aktiv. Du musst nicht jede Kampagne einzeln bearbeiten.

Häufige Fehler bei Negativ-Keywords

Fehler 1: Zu aggressiv negieren

Das Problem: Du negierst jedes Keyword, das nach 10 Klicks keinen Sale hat. Ergebnis: Deine Reichweite schrumpft drastisch, du verpasst profitable Keywords, die einfach mehr Daten gebraucht hätten.

Die Lösung: Halte dich an die Mindestklick-Regeln (siehe Kriterium 1). Bei potenziell relevanten Keywords lieber den Bid senken als sofort negieren. Nutze Negative Exact statt Negative Phrase, um chirurgisch präzise zu sein.

Reales Beispiel: Ein Seller negierte "bluetooth kopfhörer weiß" nach 18 Klicks ohne Sale. Sein Produkt gab es tatsächlich in Weiß. Das Problem war nicht das Keyword, sondern das Hauptbild (das nur die schwarze Variante zeigte). Nach einem Bildwechsel konvertierte das Keyword mit 14% CR.

Fehler 2: Negative Phrase zu breit einsetzen

Das Problem: Du fügst "kopfhörer" als Negative Phrase hinzu, weil ein paar irrelevante Suchanfragen mit "kopfhörer" dein Budget belasteten. Ergebnis: ALLE Suchanfragen mit "kopfhörer" werden blockiert — auch deine profitablen.

Die Lösung: Nutze Negative Phrase nur für Wörter, die in keinem relevanten Kontext vorkommen. "reparatur" ist ein guter Kandidat. "kopfhörer" ist es nicht. Im Zweifel: Negative Exact für den spezifischen Search Term verwenden.

Fehler 3: Einmal machen und vergessen

Das Problem: Du machst eine gründliche Analyse, fügst 50 Negativ-Keywords hinzu und fasst die Sache nie wieder an. Ergebnis: Nach 3 Monaten verbrennen wieder 20% deines Budgets durch neue irrelevante Search Terms.

Die Lösung: Mache die Search Term Analyse mindestens wöchentlich. Trage dir einen festen Termin im Kalender ein (z.B. jeden Montag, 30 Minuten). Oder nutze ein Tool, das das automatisch erledigt und dich nur bei neuen Negativ-Kandidaten benachrichtigt.

Fehler 4: Kampagnenübergreifend nicht prüfen

Das Problem: Du prüfst Negativ-Keywords nur kampagnenweise. Das Keyword "hundebett selber nähen" verbrennt in 6 verschiedenen Kampagnen jeweils 8–12 €/Monat — zusammen 60 €/Monat. In der Einzelbetrachtung sieht das harmlos aus.

Die Lösung: Aggregiere deine Search Term Daten kampagnenübergreifend. Exportiere den Report für alle Kampagnen, erstelle eine Pivot-Tabelle nach Search Term, und summiere die Ausgaben. Die teuersten kampagnenübergreifenden Budget-Verbrenner tauchen sofort auf.

Fehler 5: Keine Dokumentation

Das Problem: Du fügst Negativ-Keywords hinzu, aber notierst nicht warum. 6 Monate später fragst du dich, warum ein bestimmtes Keyword blockiert ist, und entfernst es versehentlich — obwohl es einen guten Grund gab.

Die Lösung: Führe eine einfache Liste (Excel/Sheets) mit Datum, Keyword, Match Type, Grund und Kampagne. Das dauert 5 Minuten extra und spart Stunden an späterer Verwirrung.

Fortgeschrittene Strategien

Strategie 1: Automatische Negativ-Keyword-Pipeline

Für Seller mit vielen Kampagnen (20+) empfiehlt sich eine automatisierte Pipeline:

  1. Wöchentlicher Export aller Search Term Reports (oder API-Abfrage)
  2. Automatischer Filter nach den 4 Kategorien (Budget-Verbrenner, Klick-Fresser, ACoS-Killer, Low-Volume-Aggregation)
  3. Review-Liste mit Empfehlungen und geschätzter Einsparung in Euro
  4. One-Click-Implementierung der bestätigten Negativ-Keywords

Bruno bietet genau diese Pipeline: Keyword Intelligence analysiert automatisch alle Search Terms kampagnenübergreifend und präsentiert dir wöchentlich die Top-Negativ-Kandidaten mit konkreten Euro-Beträgen. Du prüfst, bestätigst, und die Keywords werden über die Pending Queue implementiert — mit Stornierungsmöglichkeit.

Strategie 2: Inverse Targeting (Negation als Steuerungsinstrument)

Negativ-Keywords sind nicht nur zum Blockieren da — du kannst sie als aktives Steuerungsinstrument nutzen:

Traffic-Segmentierung: Erstelle drei Kampagnen (Exact, Phrase, Broad) und nutze Negativ-Keywords, um den Traffic in die richtige Kampagne zu lenken:

  • Exact-Kampagne: Nur exakte Matches → höchster Bid
  • Phrase-Kampagne: Negative Exact für alle Exact-Keywords → mittlerer Bid
  • Broad-Kampagne: Negative Phrase für alle Phrase-Keywords, Negative Exact für alle Exact-Keywords → niedrigster Bid

So fließt jeder Search Term in genau die Kampagne, die für seinen Wert optimiert ist.

Strategie 3: Periodische Negativ-Review

Einmal pro Quartal: Prüfe alle bestehenden Negativ-Keywords. Hat sich etwas geändert?

  • Hast du neue Produkte eingeführt, für die ein negiertes Keyword jetzt relevant ist?
  • Haben sich saisonale Muster verändert?
  • Gibt es Negativ-Keywords, die du versehentlich zu breit gesetzt hast?

Wie viel kannst du sparen? Drei Praxisbeispiele

Beispiel 1: Solo-Seller, 5.000 € Ad Spend/Monat

Ausgangslage: Nahrungsergänzungsmittel-Seller, 12 Kampagnen, nie Negativ-Keywords gepflegt. ACoS: 32%.

Nach 4 Wochen:
- 67 Negativ-Keywords hinzugefügt
- 780 € monatliche Einsparung
- ACoS: 24,1% (−24,7%)
- Gleiche Anzahl Sales

Beispiel 2: Mittlerer Seller, 25.000 € Ad Spend/Monat

Ausgangslage: Elektronik-Seller, 45 Kampagnen, unregelmäßige Negativ-Pflege. ACoS: 26%.

Nach 6 Wochen:
- 184 Negativ-Keywords hinzugefügt
- 3.800 € monatliche Einsparung
- ACoS: 19,8% (−23,8%)
- Sales stiegen um 4% (durch Reinvestition des gesparten Budgets)

Beispiel 3: Großer Seller, 80.000 € Ad Spend/Monat

Ausgangslage: Haushaltsgeräte-Seller, 120+ Kampagnen, regelmäßige aber nur kampagnenweise Pflege. ACoS: 22%.

Nach 8 Wochen (mit kampagnenübergreifender Analyse):
- 312 Negativ-Keywords hinzugefügt
- 8.400 € monatliche Einsparung
- ACoS: 17,2% (−21,8%)
- Haupttreiber: 23 Keywords, die jeweils in 5–12 Kampagnen Budget verbrannten

Checkliste: Negativ-Keywords in 60 Minuten

Wenn du sofort loslegen willst, hier eine kompakte Checkliste:

  1. Search Term Report exportieren (letzte 30 Tage, alle Kampagnen) — 5 Min.
  2. Nach Ausgaben sortieren (höchste zuerst) — 2 Min.
  3. Budget-Verbrenner markieren (> 15 € und 0 Sales) — 10 Min.
  4. Relevanz prüfen (Würde dieser Suchende mein Produkt kaufen?) — 15 Min.
  5. Logische Ausschlüsse hinzufügen (reparatur, gebraucht, etc.) — 10 Min.
  6. Implementieren (Kampagnen- oder Ad-Group-Ebene) — 10 Min.
  7. Negativ-Keyword-Listen erstellen und Kampagnen zuweisen — 8 Min.
  8. Kalender-Erinnerung setzen für wöchentliche Wiederholung — 1 Min.

Fazit

Negativ-Keywords sind der schnellste und effektivste Weg, deinen Amazon PPC ACoS zu senken. Die Methodik ist nicht kompliziert — sie erfordert Konsequenz und regelmäßige Ausführung. Die meisten Seller, die zum ersten Mal systematisch Negativ-Keywords pflegen, sparen 15–25% ihres Ad Spends bei gleichbleibendem oder sogar steigendem Umsatz.

Die größte Herausforderung ist die kampagnenübergreifende Analyse bei vielen Kampagnen und die wöchentliche Regelmäßigkeit. Genau hier setzen Tools wie Bruno an: Keyword Intelligence analysiert deine Search Terms automatisch über alle Kampagnen hinweg und zeigt dir die Top-Negativ-Kandidaten mit konkreten Euro-Beträgen. Alle Änderungen laufen über die Pending Queue — du prüfst die Vorschläge, bestätigst sie, und kannst sie im Stornierungsfenster noch zurücknehmen. Geschützt durch 8 Sicherheitsschichten, inklusive Kill Switch und Audit Log. Mehr Infos unter info@getbruno.de.

Bruno automatisiert das für dich

Alle Strategien aus diesem Artikel — automatisch, stündlich und geschützt durch 8 Sicherheitsschichten.

Demo anfragen